Routine mit Liebe/Backstube der German Bakery

In den 80ern traten die German Bakerys ihren Siegeszug durch Nepal und Indien an. Ein Deutscher, genannt Woody, brachte einigen Nepalesen das Backen von deutschem Brot und Kuchen bei, legte Wert auf hygienische Verhältnisse und richtete die Backwaren appetitlich in einer Verkaufsvitrine an. Das wurde der Renner unter kulinarisch heimwehgeplagten Backpackern und anderen LiebhaberInnen köstlicher Backwaren. Und es wurde auch der Renner unter geschäftswitternden Nepalesen und Sikhs, die sich die Rezepte und das Konzept abschauten und in den Touristenhochburgen zwischen indischen Tempeln und dem Mount Everest German Bakerys en masse gründeten. Manche heißen zwar je nach anvisiertem Klientel Swiss oder English Bakery und auch das Angebot läßt sich unter dem Slogan „Same same, but different“ zusammenfassen, aber im Grunde kann man sich wie bei MacDonalds darauf verlassen, dass der Apple Pie in Goa genauso schmeckt wie der in Ladakh.

In Leh beherrschen ca. 15 dieser Bakerys den Markt, gespeist aus drei Backstuben und in freundschaftlicher Konkurrenz miteinander verbunden. In einer dieser Backstuben arbeiten der 35jährige Nepalese R.P. Pande und sein 4-köpfiges Team. Sie stehen um 3:00 morgens auf, um den Bestellzettel abzuarbeiten, die die Pumpernickel German Bakery ihnen am Vorabend bereit gelegt hat. In zwei von Holz befeuerten Ofen wandern die ohne elektrische Hilfsmittel, aber mit viel Routine und Liebe vorbereiteten Backwaren. Heraus kommen geschmacklich einwandfreie Köstlichkeiten, die später in die hungrigen Touristenmägen wandern.




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