Abfallwirtschaft in Leh/Ladakh

Die Abfallwirtschaft in Ladakh liegt in staatlichen Händen. Jeder Distrikt in Indien bekommt einen Geldbetrag zugewiesen, der sich auf die EinwohnerInnenzahl bezieht. Dass sich diese in manchen touristischen Gebieten zur Saison vervielfacht, wird dabei nicht berücksichtigt.

Vor fünf Jahren wurde der Armee ein Seitental von Leh abgekauft (die Armee hat übrigens ihre eigene Müllentsorgung), und seitdem laden die Laster von oben angefangen immer weiter unten ab, so dass in dieser Zeit ein ungefähr 1 km langer Müllstreifen entstand. Es ist der einzige Ort in Ladakh, wo Abfall hingebracht wird, in den Dörfern existiert nichts dergleichen. Einige Zahlen:

170.000 Leute leben im Distrikt Ladakh
29.000 davon in der Hauptstadt Leh
50.000 TouristInnen kamen 2007 nach Ladakh
Über die Gastarbeiter gibt es kein Zahlenmaterial

In der Touristensaison von Juni bis September fahren täglich 7-8 Laster zur Müllhalde. In der Nebensaison sind es 3-4 Laster, im Winter nur einer. Jeder Truck kann bis zu 5 t Müll laden, im Sommer sind es also täglich bis zu 40 t.

Kühe, Hunde, Pferde und Esel durchsuchen den Müll nach Essbarem. Tibetische Frauen durchstöbern den Unrat nach Konserven und Altmetall. Für 1 kg erhalten sie 5 Rs. (50 Rs = ca. 1 Euro). Das Altmetall wird in die nächste Recyclinganlage im Punjab, über 1.000 km entfernt, gefahren.

Oktober 2007

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